Prof. Harald Fuchs

Künstlerstatement

Mich interessiert die Art und Weise, wie Menschen seit Jahrtausenden versuchen, die Welt zu verstehen und zu kontrollieren – durch Rituale, Religionen oder wissenschaftliche Modelle. In meinen Arbeiten treffen archaische Symbole auf Laborapparaturen, historische Spuren auf zeitgenössische Technologien. Dabei entstehen Räume, in denen sich Gewissheiten verschieben und neue Perspektiven auf die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Wissen eröffnen.

Kunst verstehe ich als Experimentierfeld für Wahrnehmung und Erkenntnis. Sie ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen und Fragen zu stellen, die weder Wissenschaft noch Religion allein beantworten können.

AiD ART M

Biografie

Harald Fuchs (*1954 in Rehau) zählt zu den bedeutenden deutschen Medien- und Installationskünstlern seiner Generation. Nach einem Studium des Grafik-Designs an der Fachhochschule Würzburg (1974–1978) studierte er Freie Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Schoofs (1978–1982).

Seit den frühen 1980er-Jahren entwickelt Fuchs ein vielschichtiges Werk aus Installationen, Fotografie, Zeichnung, Video und raumbezogenen Medienarbeiten. Charakteristisch ist die Verbindung von wissenschaftlichen Fragestellungen mit ethnologischen, historischen und spirituellen Themen. Zahlreiche Forschungsreisen nach Afrika und Mittelamerika sowie die Beschäftigung mit traditionellen Ritualen und Naturphänomenen prägen seine künstlerische Praxis.

Von 1992 bis 1995 war er Professor an der Hochschule Augsburg, anschließend bis 2020 Professor für Zeichnung, Illustration und Mixed Media an der Hochschule Düsseldorf. Für sein Werk erhielt er unter anderem das Stipendium der Deutschen Akademie Villa Massimo/Casa Baldi (1990), den Hermann-Claasen-Preis für Fotografie und Medienkunst (1997), den Kulturpreis der Stadt Rehau (2003) sowie den Joseph-und-Anna-Fassbender-Preis (2014).