Ausstellungen

Ausstellung
Aura Reloaded

Die Aura des Kunstwerks ist heute keine Eigenschaft des Objekts mehr, sondern spiegelt die Erfahrungen der Betrachtenden. Sie entsteht nicht durch Distanz, sondern durch Nähe, Teilhabe und sinnliche Präsenz – vor allem in immersiven, interaktiven und intuitiven Medienwelten.

Der moderne Aurabegriff geht auf Walter Benjamin zurück. In seinem Essay zur technischen Reproduzierbarkeit beschreibt er Aura als die Einmaligkeit und geschichtliche Präsenz des Kunstwerks im „Hier und Jetzt“. Mit Fotografie und Film wird diese Einzigartigkeit relativiert: Das Werk wird reproduzierbar, mobil und massenhaft zugänglich. Zugleich versteht Benjamin diesen Prozess nicht nur als Verlust, sondern auch als Demokratisierung – Kunst löst sich aus exklusiven Ritualkontexten und wird politisch adressierbar. Aura ist damit immer auch eine Frage von Öffentlichkeit und Teilhabe.

Im weiteren Diskurs verteidigt Theodor W. Adorno die Autonomie der Kunst gegenüber ihrer Vereinnahmung durch die Kulturindustrie. Roland Barthes betont die subjektive Erfahrung des „Punctum“, Susan Sontag reflektiert die veränderte Wahrnehmung im Zeitalter der Bilderflut, und Vilém Flusser analysiert technische Bilder als Resultate von Apparaten und Programmen. Boris Groys erkennt im digitalen Raum neue Formen auratischer Sichtbarkeit, während Jean Baudrillard die Differenz zwischen Original und Kopie grundsätzlich infrage stellt.

Wenn „Aura“ heute – als Jugendwort des Jahres 2024, gewählt vom Langenscheidt – die Ausstrahlung einer Person bezeichnet, zeigt sich eine bemerkenswerte Verschiebung: Aura wird zur sozialen Kategorie von Sichtbarkeit, Wirkung und Anerkennung.

Radar Love thematisiert Idealisierungen rund um Liebe, Partnerschaft und Freundschaft. Die Arbeit transformiert werturteilsbeladene Theorien in offene Lehren, die individuelle Entscheidungen ermöglichen. Sie zeigt Bilder mit idealisierten Symbolen wie konzentrischen Kreisen und Schwänen, die für Treue, Schönheit, Unendlichkeit und eine Liebe über den Tod hinaus stehen. Der Bezug zum Song Radar Love von Golden Earring verweist darauf, dass Idealisierungen aus allen Bereichen des Alltags stammen können. Der erzählerische Kontext hinterfragt diese Ideale – etwa durch die stille Existenz schwuler Schwanenpaare – und eröffnet neue Perspektiven auf das Thema Liebe.

Ralf Jochen Moser

Uncertain Horizons spielt mit multiplen Horizontlinien, die durch Eis, Dickicht oder Spiegelungen entstehen. Diese Mehrdeutigkeit provoziert einen inneren Streit um richtig und falsch im Raum der Möglichkeiten. Die Arbeit fordert visuelle Irritationen heraus, verlässt gewohnte Lösungen und Komfortzonen und eröffnet neue Sichtweisen. Die Metamorphose transformiert zunächst den Problemraum und erweitert dann den Lösungsraum. Dabei wird nicht nur das Verhältnis zur Natur erfahrbar, sondern auch die Tücken der eigenen Wahrnehmung und Denkweise.

Hannah S. Moser

Aura Reloaded versteht sich als Einladung zu einem notwendigen Diskurs über Kunst, Medien und Demokratie. Wer erzeugt heute Aura? Wer kontrolliert Aufmerksamkeit? Ist digitale Sichtbarkeit Ausdruck demokratischer Teilhabe – oder neue Hierarchie? Welche Rolle spielen Institutionen, Algorithmen und künstlerische Strategien bei der Produktion von Präsenz?

Valentina Jaffe

was trägt inszeniert ein Spiel mit Nähe, Ferne, Zwischenräumen und dem dynamischen Wechselspiel zwischen Kunstwerk und Körper. Die gemeinsame vorherige Arbeit Restrictions bildet die Bühne für was trägt und liefert die Körper-Keramik-Landschaften, aus denen die fotografische Serie ihre Ausschnitte gewinnt und Momente einfriert. Die entstandenen Bilder lassen bewusst offen, welcher Körper welchen trägt und welche Oberfläche warm, kalt, weich oder hart ist. Erst das gedankliche Nachvollziehen des Prozesses erschließt die Zusammenhänge und verankert neue Ausdrucksmöglichkeiten im Bewusstsein der Betrachtenden.

Jahresabschluss 2025

Wir blicken auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück und möchten dies gebührend feiern: mit einer exklusiven Weihnachtsmatinée und der Künstlerin Bettina Hachmann.

Freuen Sie sich auf ein Künstlergespräch mit Bettina. Wir beleuchten darin nicht nur ihre künstlerische Entwicklung, sondern auch die fruchtbare und erfolgreiche Zusammenarbeit mit uns.

Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch! Kommen Sie zahlreich und lassen Sie uns gemeinsam das Jahr ausklingen.

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die Ateliers im Delta im kommenden Jahr erstmals an der Art Karlsruhe teilnehmen werden!

Sie finden uns in Halle 1 am Stand der Overhead Gallery, wo wir uns als Gastgalerie präsentieren. Wir werden dort mit einer spannenden Auswahl von Arbeiten und Künstlerbüchern vertreten sein. Viele der Arbeiten, die wir zur Art Karlsruhe mitnehmen werden, können Sie letztmalig im Rahmen der Weihnachtsmatinée besichtigen.

Ausstellung
Das Muster im Chaos

25.10.2025-16.11.2025

geöffnet: Samstag, Sonntag, 15-17 Uhr


Geozentrische Darstellung des Venuszyklus

Mit Sonne (schwarze Bahn; acht Wiederholungen), Venus (rote Bahn; ergibt Pentagram-Mandala) und Verbindungslinien (blau; Erde – Sonne – Venus), Epizyklen

Schon die Sumerer kannten den Zyklus der Venus. Die Zahlen Fünf und Acht wurden dabei mit der Göttin Inanna in Verbindung gebracht, die als Verkörperung des Planeten Venus sowohl als Morgenstern als auch als Abendstern verehrt wurde.

Das Pentagram der Venus für 2020-2028

Der achtstrahlige Stern wurde zum Symbol der Göttin Inanna. Ob auch das Venus-Pentagramm ihr bereits in früher Zeit zugeschrieben wurde oder ob es erst später an Bedeutung gewann, ist bislang ungeklärt.


Drei künstlerische Positionen – vermittelt durch unterschiedliche Kommunikationsmedien – treten in einen offenen Metalog über Ordnung und Unordnung, kollektive Prägung und individuelle Entscheidungsfreiheit sowie über Originalität und Vervielfältigung. Die ausgestellten Werke machen im Erkenntnisprozess des Metalogs Muster im Chaos sichtbar. In verschiedenen Medien und Herangehensweisen laden die Arbeiten von Bettina Hachmann, Hannah S. Moser und Ralf Jochen Moser zur Reflexion über innere Bewegungen, gesellschaftliche Strukturen und persönliche Lebensgestaltung ein.

Der Titel spielt mit Gregory Batesons Idee, dass Muster nicht nur in der Ordnung, sondern gerade im Chaos sichtbar werden – dort, wo sich Systeme öffnen, Wahrnehmung sich wandelt und Kunst zum Erkenntnisprozess wird. Der Begriff Metalog bezeichnet eine Kommunikationsform, die auf mehreren Ebenen Ausdruck dessen ist, worüber gesprochen wird – ein Raum, in dem die Werke nicht nebeneinander stehen, sondern miteinander in einen Metalog treten. Struktur und Auflösung, Empfindung und System, Intuition und Reflexion treten hier in Resonanz und Feedback.


Bettina Hachmann
Ihre Malerei entfaltet sich in Schichten, Öffnungen und atmosphärischen Verdichtungen. Es entstehen fragile Räume, in denen das Unvollkommene zur Stärke wird. Im Vertrauen auf die poetische Kraft des Materials entstehen Muster im Chaos – ein Metalog, der innere Bewegungen sichtbar macht und verbindet.

Hannah S. Moser
Sie nutzt Kunst als Erkenntnisinstrument, um verborgene Denk- und Lebensstrukturen sichtbar zu machen. Ihre Arbeiten hinterfragen kollektive Idealisierungen und eröffnen Räume für selbstbestimmte Reflexion über Freiheit, Sinn und Lebensgestaltung – Muster im Chaos.

Ralf Jochen Moser
Er arbeitet mit Metakunst und kybernetischen Strukturen, um normative Einflussnahmen zu hinterfragen. Seine Werke machen Muster im Chaos sichtbar und regen Denkprozesse an, die individuelle Entscheidungsfreiheit und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit zentralen Lebensfragen fördern – ein Metalog, der verbindet.


Events in der Ausstellung

  • 🌙 08.11. 15-23 Uhr: Lange Nacht der Kunst und Genüsse
  • 🎤 16.11. 17 Uhr: Künstlergespräch mit Hannah S. Moser und Ralf J. Moser
  • 🎄 30. November – Weihnachtssoirée
    • ab 18 Uhr: gemütliches Beisammensein
    • 🎤 ab 19 Uhr: Podiumsdiskussion zur Weihnachtszeit
  • 🎄 14. Dezember – Weihnachtsmatinée
    • ab 10 Uhr: Matinée mit Frühstück
    • 🎤 um 11 Uhr: Künstlergespräch mit Bettina Hachmann

Ausstellung
Topografien des Wandels

Topografien des Wandels I

Topografien des Wandels II

Topografien des Wandels III

Björn Ruppert

Ausstellung
Extended Zen

Extended Zen

Gerhard Kilger

Jessen Oestergard

Ralf Moser

Ausstellung

Zen 42

Isabelle Faragallah

Hannah Moser

Thomas Wunsch

Jessen Oestergard

Zen 42

Ralf Moser