Dominik Schmitt
Meine Arbeiten bewegen sich in einem Zwischenraum aus Mensch, Tier, Erinnerung und Projektion. In Malerei, Zeichnung, Film und Installation untersuche ich die Fragilität des Ichs und die biologischen, psychologischen und gesellschaftlichen Systeme, in die jedes Leben eingebunden ist.

Künstlerstatement
Ausgangspunkt vieler Arbeiten sind wissenschaftliche Denkmodelle — anatomische Studien, evolutionäre Prozesse, medizinische Illustrationen oder taxonomische Systeme, mit denen der Mensch versucht, Körper, Ordnung und Leben lesbar zu machen. Mich interessiert dabei sowohl die wissenschaftliche Erkenntnis selbst als auch die Reibung zwischen analytischer Ordnung, gesellschaftlichen Strukturen und subjektiver Erfahrung: der Moment, in dem Systeme brüchig werden und etwas Unkontrollierbares sichtbar wird.
Die Figuren und Wesen in meinen Bildern erscheinen häufig als Hybride — deformiert, verletzlich, grotesk oder absurd. Sie entziehen sich eindeutigen Kategorien und bewegen sich zwischen Intimität und Fremdheit, Komik und Bedrohung. Viele Arbeiten entstehen aus dem Versuch, Körper nicht als stabile Einheit zu zeigen, sondern als etwas Prozesshaftes, Fragmentiertes und permanent Veränderliches.
Meine Bildwelten greifen ebenso auf biologische Illustration wie auf religiöse, mythologische und kunsthistorische Traditionen zurück. Anklänge an anatomische Präparate, mittelalterliche Grotesken oder apokalyptische Darstellungen verbinden sich mit persönlichen Symbolen und einer bewusst ambivalenten Bildsprache. Humor spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie Melancholie — als Möglichkeit, Distanz zu schaffen und gleichzeitig existenzielle Fragen offenzuhalten.
In meiner Malerei arbeite ich mit einer Mischtechnik aus Acryl, Öl, Zeichnung und collageartigen Überlagerungen. Die oft dunkle, gebrochene Farbigkeit erzeugt eine Atmosphäre, in der Körper und Formen auftauchen, verschwinden und ineinander übergehen. Bilder entstehen für mich nicht als eindeutige Aussagen, sondern als offene Systeme — als fragile Konstruktionen zwischen wissenschaftlicher Beobachtung, innerer Wahrnehmung und kultureller Projektion.
Malerei
„Altmeisterliche Perfektion wird gebrochen mit streetartiger Gegenwart.“
Dr. Kristina Hoge
„Bilder, die der Betrachter aufgrund ihrer Vielschichtigkeit und ihres Detailreichtums unmöglich auf den ersten Blick erfassen kann.“
Dr. Kristina Hoge
Dominik Schmitts Malerei entwickelt sich aus einem vielschichtigen Prozess von Überlagerung, Verdichtung und Fragmentierung. Collage, Zeichnung, Schrift und Malerei greifen ineinander und erzeugen Bildräume, die zwischen Figuration und Auflösung oszillieren. Seine Arbeiten verbinden altmeisterliche Anklänge mit einer rohen, beinahe streetartigen Gegenwart und schaffen hybride Welten, in denen menschliche, tierische und symbolische Elemente miteinander verschmelzen. Dunkle, gebrochene Farbigkeit trifft auf präzise Details, grobe Oberflächen auf fragile zeichnerische Strukturen. Dabei entstehen Bilder, die sich einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen und den Blick immer wieder zwischen Vordergrund, Tiefe und Bedeutungsebenen wandern lassen. Zentral ist dabei weniger die Darstellung eines festen Zustands als das Sichtbarmachen von Transformation, Ambivalenz und psychischer wie körperlicher Durchlässigkeit.

17.200,00 €

4.400,00 €

4.400,00 €

4.400,00 €

7.200,00 €

7.200,00 €

7.200,00 €

4.400,00 €
Papierarbeiten
„Das Zusammentragen aller in den Arbeiten enthaltenen Einzelelemente und Fragmente appelliert immer an die kognitiven und visuellen Fähigkeiten des Betrachters.“
Dr. Kristina Hoge
„…a child-like exploration where everything is new in the worlds of his work.“
Gabe Torres
Zeichnung bildet einen zentralen Ausgangspunkt in Dominik Schmitts Arbeit. Auch in großformatigen Gemälden bleibt eine zeichnerische Denkweise sichtbar: Linien, Kürzel, Schraffuren und spontane Setzungen strukturieren die Kompositionen und halten den Entstehungsprozess offen. Besonders in den neueren Arbeiten auf Papier zeigt sich eine freiere, unmittelbarere Sprache, in der Farbe, Form und Figur zunehmend spielerisch und intuitiv eingesetzt werden. Die Paperworks bewegen sich zwischen Skizze, eigenständigem Bildraum und experimenteller Versuchsanordnung. Weiße Flächen werden dabei ebenso aktiv genutzt wie Verdichtung und Überlagerung. Die Arbeiten wirken unmittelbarer, leichter und gleichzeitig radikaler in ihrer Offenheit — als Räume, in denen sich Erinnerung, Humor, Transformation und innere Bilder direkt einschreiben.
Biografisches

1983 / Born in Neustadt an der Weinstraße (DE).
2005 – 2015 / University of Landau, Campus Landau / Art History and Fine Arts.
Since 2016 / Freelance artist.
2024 Shortlist, Pfalzpreis für Bildende Kunst, Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern (DE)
2021 Preis für Popkultur, Best Musicvideo: „Mine feat. Sophie Hunger – Hinüber“, Berlin (DE)
2020 Stiftung Kunstfonds, Galerie Thomas Hühsam, „Neu Start Kultur“, Bonn (DE)
2017 Förderung durch die Joseph-David-Stiftung, Wissembourg (F)
2016 Förderung durch die Christel-Guthörle-Stiftung, Reutlingen (DE)
2016 Förderung durch die Karl-Fix-Stiftung, Landau in der Pfalz (DE)
2014 International Film Awards, Berlin (DE)
2013 Top 3, Förderpreis, Pfalzpreis für Malerei, Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern (DE)
2011 Internationaler Förderpreis, Galerie Richter&Masset, München (DE)
2010 European Award for Pop Surealism & Urban Art, Galerie Richter&Masset, München (DE)
2010 Regionaler Förderpreis, Kurzfilmfestival Lameko, Landau (DE)
2010 Förderpreis Kunstverein Neustadt Weinstraße, Villa Böhm, Neustadt Weinstraße (DE)
2009 Förderpreis Pfälzer Kunstfreunde, Kunsthalle Herrenhof, Mußbach (DE)
2009 Heinrich-von-Zügel-Stipendium für Malerei, Haus der Künstler, Wörth am Rhein (DE)
2007 Kunstpreis der „Researchers Night“, Johannes Gutenberg Universität, Mainz (DE)
