Rubica von Streng
Ihre Malerei erschafft Räume, in denen sich das Sichtbare mit dem Vorstellbaren verbindet. Die Werke überzeugen durch Intensität, Spannung und offene Deutung. Sie laden dazu ein, sich auf ein Sehen einzulassen, das zwischen Kontrolle und Loslassen, Nähe und Distanz, Erkennen und Staunen pendelt.

Künstlerstatement
Ich begreife Malerei als einen Ort, an dem sich innere Zustände nicht erklären, sondern materialisieren. Meine Bilder entstehen aus einem Spannungsverhältnis heraus – zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, zwischen bewusster Setzung und dem, was sich im Prozess eigenständig durchsetzt.
Die Figur ist dabei kein stabiles Gegenüber, sondern ein Feld von Kräften. Sie wird verschoben, fragmentiert, überlagert, bis sie ihren festen Umriss verliert. Körper erscheinen nicht als abgeschlossene Einheiten, sondern als durchlässige Zonen, in denen sich emotionale und psychische Zustände einschreiben. Mich interessiert dieser Moment, in dem das Vertraute kippt und sich etwas Unbestimmtes, Ambivalentes zeigt.
Ich arbeite in Schichten, die sich gegenseitig korrigieren, stören und weitertragen. Malerei ist für mich kein linearer Aufbau, sondern ein permanentes Infragestellen: Jede Entscheidung bleibt vorläufig, jede Form kann wieder aufgelöst werden. Farbe fungiert dabei nicht illustrativ, sondern als Träger von Spannung – sie verdichtet, überreizt oder entzieht sich.
In meinen Arbeiten geht es nicht um Darstellung, sondern um Erfahrung. Um ein Sichtbarwerden von Zuständen, die sich zwischen Verletzlichkeit und Widerstand, Nähe und Entzug bewegen. Die Bilder behaupten keine Eindeutigkeit – sie öffnen einen Raum, in dem Wahrnehmung instabil wird und Bedeutung sich immer wieder verschiebt.
Ich verstehe meine Malerei als ein Gegenüber, das sich nicht vollständig erschließt. Sie verlangt keine Interpretation, sondern Konfrontation: mit dem Unklaren, dem Unfertigen, dem, was sich nicht festhalten lässt – und genau darin seine Präsenz entfaltet.
Affinity Void
In Affinity Void bündelt Rubica von Streng ihre Werkserien Hole, Filament und Nebula zu einem neuen, vielschichtigen Zyklus. Was in den einzelnen Serien bereits angelegt ist, verdichtet sich zu einer künstlerischen Bewegung zwischen Anziehung und Leere, Materie und Auflösung, kosmischer Weite und innerer Erfahrung.
Der Titel verweist auf ein Spannungsfeld: Affinity beschreibt Nähe, Anziehung, Verwandtschaft. Void steht für Leere, Offenheit, einen Raum der Möglichkeiten. Die Bilder des Zyklus wirken wie Schwellenzonen: nicht eindeutig Kosmos, nicht eindeutig Körperraum, nicht eindeutig Abstraktion – und doch von allem etwas.
In Hole öffnen sich dunkle Zentren, Verdichtungen und Durchgänge. Sie ziehen den Blick nach innen und zugleich über den Bildrand hinaus.
Filament entfaltet feine, verbindende Strukturen: Linien, Fäden, Energien, die wie Spuren unsichtbarer
Kräfte erscheinen.






Nebula erweitert den Bildraum ins Schwebende, Atmosphärische, Galaktische. Farbe, Tiefe und Bewegung verbinden sich zu Bildwelten, die kosmische Weiten den Betrachtenden näher bringen.


Rubica von Streng arbeitet in Affinity Void mit einer Bildsprache, die Fragen nach den Kräften und Gesetzmäßigkeiten des Universums aufnimmt, ohne sie illustrativ zu erzählen. Ihre Malerei erschafft Räume, in denen sich das Sichtbare mit dem
Vorstellbaren verbindet. Die Werke überzeugen durch Intensität, Spannung und offene Deutung. Sie laden dazu ein, sich auf ein Sehen einzulassen, das zwischen Kontrolle und Loslassen, Nähe und Distanz, Erkennen und Staunen pendelt.
AiD ART M 2026
Der Zyklus Affinity Void, der ab 7. Juni auf der Kunstmesse AiD ART M in Mannheim präsentiert wird, markiert einen neuen Schritt im Werk der Künstlerin: Die einzelnen Serien treten miteinander in Beziehung und formen ein größeres Ganzes.
Aus Öffnungen, Fäden und Nebeln entsteht ein Bildkosmos, der das Unbekannte nicht erklärt, sondern spürbar macht.
